Würenloser Träff 26. Januar 2015

Marlen Christen Den Erinnerungsfaden weiter gedreht hat am Januar-Träff 55 plus Marlen Christen. Sie habe schon als Kind sehr gerne Geschichten gehört und selber fabuliert und war vom Theater und Puppenspiel fasziniert. Während der Ausbildung zur Kindergartenlehrerin wirkte sie im Klotener-Marionettentheater von Werner Flück mit.
 
Marlen Christen gründete als junge Familienfrau (zwei Söhne) in Würenlos ihr eigenes Figurentheater «Coclico», eine Wander-Handpuppenbühne. Mit einem umgebauten Veloanhänger, worin das ganze Theater verstaut werden konnte, reiste sie per Artistengepäck im Zug und zu Fuss an die jeweiligen Auftrittsorte. Etappenweise bildete sie sich weiter: Sprachgestaltung, Figurenbau und -spiel, Pantomime, Clownerie, Maskenspiel und Theaterpädagogik. Sie unterrichtete ausserdem «Darstellendes Spiel» in der Lehrerfortbildung.
 
Dankbar sei sie dem Kulturkreis gegenüber, der ihr damals die Premiere zum Erwachsenenstück «de blau Vogel» ermöglichte. Josef Rennhard habe sie daraufhin auf die Pro Argovia-Liste setzen lassen, was ihr zu Tournees verhalf.
Endlich fand sie auch den lang ersehnten übungs- und Theaterraum in der Trapolik-Fabrik am Dorfbach. Ueli Zindel machte jeweils Feinregie an ihren Stücken.
Sie arbeitete mit Musikerinnen zusammen, wirkte in verschiedenen Theaterprojekten mit, machte mit einer tragbaren Guckkastenbühne Strassentheater und und....
 
Nach der zweiten Lebenshälfte ging Marlen Christen wieder in ihren ersten Beruf zurück als Kindergartenlehrerin, den sie dann 18 Jahre lang bis zu ihrer Pensionierung in Spreitenbach ausübte. Noch immer trat sie ab und zu auf: in Dorftheatern unter der Regie von Anneliese Romanelli, als Narrenfigur im Mysterienspiel «Adam, wo bist du?» von Josef Rennhard, an der 40 Jahr-Feier des Kulturkreises mit einem selbst geschriebenen Kulturmärchen mit einer Musikerin zusammen. Sie dürfe auf ein reiches und erfülltes Leben zurückblicken.
Mit musikalischen Einlagen auf der Concertina (Örgeli) lockerte Marlen Christen ihre spannenden Erzählungen auf.
 
Ihren Traum, einmal ein Buch zu schreiben, hat Marlen Christen nun verwirklichen können und sie las zum Schluss ein paar Kostproben daraus vor. «Ein blaues Stück Himmel» enthält acht Geschichten, aus Erlebtem geschöpft. Sie sind bildhaft und stimmig geschrieben, erzählen einfühlsam von Begegnungen, Beziehungen und Schicksalen. Mit einem herzlichen Applaus wurde ihr gratuliert und gedankt.
 
 
Alexandra Zihlmann
 
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