Bericht über Exkursion zur Besichtigung der Synagoge Baden

Am Montag, 24. Oktober 2022, konnte Lukas Voegele als neuer Leiter der Arbeitsgruppe Exkursionen rund 30 Mitglieder in der Synagoge in Baden begrüssen. Alle Männer erhielten vor dem Eintritt eine Kopfbedeckung, eine Kippa, und nahmen dann in den Bänken der Synagoge Platz.
Es war der erste Anlass nach einer langen Coronapause. Eingangs begrüsste Lukas Voegele die früheren Leiterinnen der Arbeitsgruppe Exkursionen Marita Knecht und Eva Alther-Funk. Als Dankeschön für ihr langjähriges Engagement übergab er ihnen ein kleines Präsent und bedankte sich dafür, dass sie weiterhin in der Arbeitsgruppe Exkursionen aktiv mitmachen und damit einen nahtlosen Übergang zur neuen Leitung mit Lukas Voegele und Raphael Weisz sicherstellen.
 
Danach übernahm Raphael Weisz das Wort, welcher alsdann die Anwesenden mit einem, herzlichen Shalom Aleichem (Friede sei mit Euch) begrüsste und über die Geschichte der Synagoge informierte. Der erste Gebetsraum war im Bernerhaus an der Weiten Gasse, später dann im Haus zum Schlossberg und weiteren Standorten, bis dann 1913 die heutige Synagoge erbaut worden ist.
Dann ging er auf das jüdische Jahr ein, d.h. für die Juden befinden wir uns im Jahr 5783, womit er klarstellte, dass das Judentum älter ist als das Christentum. Der Jahreswechsel findet dabei nicht im Januar, sondern jeweils im September/Oktober statt und richtet sich nach dem Mondjahr, weshalb zum Ausgleich mit dem Sonnenjahr alle 4 Jahre ein Schaltmonat eingeführt werden muss. Im September und Oktober finden die meisten jüdischen Feiertage statt. Rosch ha-Schana, (Neujahrsfest) am 26. und 27. September, Jom Kippur (Versöhnungsfest) der höchste jüdische Feiertag, am 5.10., Sukkot (Laubhüttenfest), am 10.-17.10.
Raphael Weisz ging dann mit viel Charme und Humor auf die verschiedenen Gebote und Verbote sowie das jüdische Leben ein und erläuterte, dass sie hier in Baden als orthodoxe Juden auch einen gewissen Pragmatismus pflegen, was doch zu etlichen Erleichterungen im täglichen Leben beiträgt.
Was jedoch zwingend ist, jeder Jude sollte hebräisch lernen, damit er die Tora lesen kann. Diese wird von Hand auf eine Pergamentrolle geschrieben.
Diese Tora zeigt er dann allen Anwesenden. Er informierte auch über die Regeln bei Geburt, die rituelle Beschneidung der Buben, die Form der Trauungen und die Aufgaben der Beerdigungsbruderschaft, welche beim Tod für die Waschung und Einkleidung der Verstorbenen verantwortlich ist.
 
Trotz der geballten Ladung an Informationen lauschten alle Anwesenden den Ausführungen von Raphael Weisz mit grossem Interesse. Es wurden auch zahlreiche Fragen gestellt, welche er als Co-Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde und Mitglied von zahlreichen jüdischen Organisationen aufgrund seines profunden Wissens kompetent beantworten konnte.
Anschliessend konnten wir dann noch auf die Empore, um die Synagoge auch aus dem Blickwinkel der Frauen betrachten zu können. Im Übrigen ist es beim Judentum die Frau, die in erster Linie die Religion weitergibt. Abschliessend darf festgehalten werden, dass dieser Anlass nicht nur sehr informativ, sondern auch religionsverbindend war. Herzlichen Dank an Raphael Weisz.
 
Lukas Voegele, Leiter Exkursionen
 
Besichtigung der Synagoge Baden
Besichtigung der Synagoge Baden
 
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